Insolvenzverfahren

Der Brennstoffhersteller German Pellets galt für viele als sicherer Emittent für Anleihen. Zunächst schien das Unternehmen mit seinem komplexen Firmengeflecht auch zu florieren. Rund 17.000 Anleger vertrauten der Gruppe deshalb ihr Geld über drei verschiedene Anleihen sowie Genussrechte an. Von insgesamt 280 Millionen Euro ist dabei die Rede. Im Januar 2016 brach für die Kapitalgeber jedoch unverhofft der Kurs der Bonds ein. Dann ging alles ganz schnell. Am 10. Februar 2016 stellte die German Pellets GmbH (Wismar) Antrag auf Insolvenz. Zahlreiche Töchter aus dem In- und Ausland folgten, unter anderem auch die German Pellets Genussrechte GmbH. Das Insolvenzverfahren der Konzernmutter wurde am 1. Mai 2016 eröffnet. Seitdem bangen die Anleger um ihr Geld, fürchten den Totalverlust.

 

Staatsanwaltliche Ermittlungen

German Pellets selbst gibt dem Verfall des Ölpreises die Schuld an der Misere. Bei genauem Hinsehen zeichnet sich jedoch ein anderes Bild. Medienberichte sprechen von dem Verdacht auf Betrug und gefälschte Bilanzen. So soll versucht worden sein, Geldströme zu verschleiern. Vor allem das komplizierte Firmengeflecht soll dabei für Undurchschaubarkeit gesorgt haben. Durch Geldtransfers der Firmen untereinander sei das Unternehmen profitabler erschienen, als es eigentlich war. So konnten weitere Anleger geködert werden. Die versprochenen hohen Renditen von 8 % trugen dann ihr Übriges dazu bei.

Ungereimtheiten gibt es auch bei der Verwendung und beim letztendlichen Verbleib der Anlegergelder. Sie wurden nämlich mitnichten für die Produktion von Pellets verwendet, zumindest nicht ausschließlich. So ist von teuren Fehlinvestitionen und Verschiebungen an Stiftungen in den USA und der Schweiz die Rede. Bei den Stiftungen in der Schweiz soll die Ehefrau des Firmengründers und Geschäftsführers Peter L. die Begünstigte gewesen sein. Außerdem hätte Herr L. sich aus der Unternehmenskasse bedient, um sich teure Flüge mit einem Privatjet und hohe Kredite zu genehmigen. Als die Insolvenz kurz vor der Tür stand, sollen zudem Verschiebungen innerhalb seiner Familie in Millionenhöhe stattgefunden haben.

Anzeigen waren so nur eine Frage der Zeit. Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt nun wegen Verdachts auf Betrug, Unterschlagung und Insolvenzverschleppung. Außerdem wird auch dem Verdacht auf Steuerhinterziehung nachgegangen. Dabei steht nicht nur der Firmengründer im Fokus der Staatsanwaltschaft, sondern auch der Wirtschaftsprüfer wegen des Verdachts zur Beihilfe. Es wird jedoch noch eine ganze Weile dauern, bis hinsichtlich der Ermittlungen ein Ergebnis feststeht.

 

Schadensersatzansprüche gegen Verantwortliche und Vermittler

Wie in den Medien zu lesen war, soll die Insolvenzmasse laut Insolvenzverwalterin 4,4 Millionen Euro betragen. Damit können die geschädigten Anleger natürlich nicht ausreichend zufriedengestellt werden, wenn überhaupt. Ein alleiniges Verlassen auf das Insolvenzverfahren ist daher nicht anzuraten. Vielmehr empfiehlt sich die Prüfung weiterer Ansprüche. Erhärten sich die Verdachtsmomente, bestehen gute Chancen, die Verantwortlichen der insolventen Gesellschaften in die Haftungspflicht zu nehmen. Auch könnten Vermittler und Berater aufgrund von Prospekt- oder Beratungsfehlern für Schadensersatzansprüche in Frage kommen. Zum Beispiel dann, wenn nicht ausreichend über die Anlagerisiken aufgeklärt wurde.

 

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