Wichtige Informationen im Fall Prokon

13.06.2019

 

Stellungnahme des Rechtsanwalts Philipp Wolfgang Beyer und der Kanzlei BKR Rechtsanwälte zum Anschreiben der Prokon eG vom 28.05.2019

 

Ich hatte an dieser Stelle bereits in der Vergangenheit über Prokon informiert. Es gibt Anlass, diese Informationen zu aktualisieren und zu ergänzen, denn Sie sollen nach wie vor gut informiert sein.

Die Prokon eG hat sich am 28.05.2019 mit einem Schreiben an alle Genossenschafter gewandt, in dem ich und meine Kanzlei BKR Rechtsanwälte wegen meiner Aufklärung in Sachen Prokon in unsachlicher Form herabgewürdigt werden. Wiedermal hat die Genossenschaft auch mit diesem Schreiben nicht die Chance genutzt, mit sachlichen und fundierten Informationen zu reagieren, sondern sie versucht, mittels teilweise unvollständiger Darstellung und mit inhaltloser Polemik zu verunsichern. Offensichtlich mit dem Ziel, die von mir informierten Anleger der Prokon GmbH zu instrumentalisieren und Sie von weiteren kritischen Informationen abzuschneiden.

So verweist der Vorstand der Prokon eG, ohne dass es mit Prokon irgendwie in Verbindung steht, auf ein gegen mich geführtes Ermittlungsverfahren. Ich vermute, dies geschieht allein, um meine Arbeit und mein Engagement zu diskreditieren.

Ich habe bereits in der Vergangenheit ausführlich über das gegen mich und meine Kanzlei geführte Ermittlungsverfahren informiert. Damals hatte die Bafin mittels der Strafanzeige versucht, auf diese Weise meine Kritik zu unterbinden und meine Arbeit zugunsten der geschädigten Anleger zu behindern. Nichts anderes versucht die Prokon eG meiner Meinung nach nun wieder.

Lassen Sie sich nicht verunsichern, analysieren Sie sorgfältig.

 

Doch von Anfang an:

Wie Sie möglicherweise wissen, habe ich in der Auswertung des bislang veröffentlichten Prokon-Zahlenmaterials ein meiner Meinung nach deutliches Insolvenzrisiko der Prokon eG für die Zukunft gesehen und das auch ehemaligen Anlegern der Prokon GmbH mitgeteilt. Dieses Risiko sehe ich nach wie vor und ich rate Ihnen dazu, Ihre Ansprüche in Sachen Prokon umfassend prüfen zu lassen, bevor Sie möglicherweise bei einer zukünftigen Insolvenz große Teile des schon als gerettet geglaubten Teils Ihrer ursprünglichen Investition bei der Prokon GmbH nochmals verlieren, bei einigen Anlegern sogar bis hin zu einem möglichen Totalverlust.

Aus meinen vergangenen Informationsschreiben können diese Anleger entnehmen, woran ich ein meiner Meinung nach in den nächsten Jahren bevorstehendes Insolvenzszenario bei der Prokon eG festmache. Ich habe hierzu die veröffentlichten Jahresabschlüsse der Genossenschaft analysiert und hinsichtlich der aus meiner Erfahrung bestehenden Insolvenzrisiken bewertet.

Möglicherweise habe ich dabei direkt den Finger in die Wunde gelegt. Denn die Prokon eG – obgleich von mir noch gar nicht mit irgendwelchen Ansprüchen konfrontiert – hat eine Rechtsanwaltskanzlei damit beauftragt, mir das Wort zu verbieten. Offenbar fürchtet der Vorstand der Prokon eG meine Informationen.

Zunächst hatte die Prokon eG versucht, mich wegen meiner Äußerungen abzumahnen. Ich sollte gar eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben.

Selbstverständlich habe ich dies nicht getan, denn ich habe meine Meinung zur wirtschaftlichen Situation der Genossenschaft und des für sie handelnden Vorstandes wohl überlegt und stehe auch heute noch zu jedem meiner geäußerten Worte. Ich kämpfe auch weiterhin für Ihre Interessen als Anleger der damaligen Prokon GmbH.

 

 Aus diesem Grund hat die Prokon eG versucht, es mir gerichtlich verbieten zu lassen, dass ich Sie anschreibe und weiterhin äußere, dass ich ein Insolvenzrisiko für die Prokon eG sehe und auch, dass ein Totalverlustrisiko bestünde. Auch mit diesem Versuch ist die Prokon eG vor Gericht gescheitert.

 

Die Prokon eG schreckte dabei nicht mal davor zurück, mit falschen Tatsachenbehauptungen in den bei Gericht eingereichten Schriftsätzen, der Vorstand der Prokon eG Heiko Wuttke sogar mittels einer falschen Äußerung in seiner eidesstattlichen Versicherung, zu versuchen, das Gericht zu manipulieren. Ich habe wegen der von mir darin gesehenen Strafbarkeit selbstverständlich Strafanzeige wegen versuchten Prozessbetruges und falscher eidesstattlicher Versicherung erstattet. Ich zitiere hier passend aus dem Schreiben von Prokon vom 28.05.2019, welches Ihnen vorliegen dürfte: „Wir meinen, Lügen sind falsch, erst recht aus Selbstsucht.“

Mit Urteil des Landgerichts Münster vom 10.05.2019, Az.: 016 O 185/19 wurde der Antrag von Prokon zurückgewiesen (Entscheidung noch nicht rechtskräftig). Auch der angekündigten Berufung sehe ich gelassen entgegen.

Kurz darauf hatte mir die Prokon eG eine weitere Abmahnung zugestellt, weil ich Anleger mit falschen Tatsachen informiert haben soll. Inhaltlich geht es hierbei um meine Information über die in der letzten Zinszahlung 2018 erfolgten Rückbuchungen und Korrekturen durch Prokon, bei dem ich die Anleger bat, die Zahlungseingänge nochmals zu überprüfen.

Die Prokon eG glaubte, dass Anleger hinter dieser Information vermuten würden, dass auch 2019 eine falsche Zinsauszahlung erfolgt sei. Ich glaube nicht, dass sie dies so verstanden haben, denn mir sind keine Fragen von Anlegern diesbezüglich gestellt worden.

Ich habe gleichwohl gegenüber der Prokon eG, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, erklärt, dass ich die Information in der ursprünglichen Fassung nicht mehr verwende. Ich werde diese nunmehr zukünftig nur noch zusammen mit der Jahreszahl 2018 weiter veröffentlichen.

 

Weitere Erklärungen habe ich nicht abgegeben und werde es auch nicht tun. Dass Prokon Ihnen also mitteilt, dass ich „einige Äußerungen“ nicht mehr verbreiten werde, kann ich in der Wahl des Plurals nicht nachvollziehen. Die Rede kann – um bei der Wahrheit zu bleiben – allenfalls von einer einzigen Äußerung, die auch noch in der Sache nicht wesentlich ist, sein.

Bewerten Sie selbst, wie es um die Genossenschaft steht, wenn sich Prokon bis heute nicht die Mühe gemacht hat, auf meine seit Sommer 2018 geäußerte Kritik mit sachlichen Informationen zu erwidern, sondern zunächst mit Polemik im Mitgliederbereich vor meiner Arbeit warnte und nun sogar versuchte, meine Kritik zu verbieten. Im Interesse der Anleger hätte eine sachliche Information erfolgen müssen. Vielleicht liege ich mit meiner Vermutung aber nicht falsch, dass es an Fakten mangelt, um meine Befürchtungen zu entkräften.

 

Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, dass ich bislang in keinem meiner Anschreiben ein Vorgehen gegen die Prokon eG empfohlen habe, die Genossenschaft aber in ihren Schriftsätzen ans Gericht bereits selbst von existenzbedrohenden Äußerungen spricht. Was würde erst geäußert werden, wenn ich Ihnen zu einem Vorgehen auch gegen die Genossenschaft raten würde?

Ich möchte Ihnen ein Zitat aus dem Prokon-Anschreiben vom 28.05.2019 am Ende meines Schreibens mit auf den Weg geben: „Wir meinen, Mitglieder sollten einander solidarisch vor Lügen beschützen.“ Dem kann ich nur zustimmen. Schaffen Sie die Basis für eine tatsächlich offene Informationspolitik in der Genossenschaft, schaffen Sie die Basis für eine Genossenschaft im Sinne der Genossen.

Ich informiere Sie auch in Zukunft weiter, ich stelle mich Ihren Fragen, ich zeige Ihnen Wege auf und verfolge Ihre Ansprüche mit Nachdruck in Ihrem Interesse. Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir, wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen.

 

Weiterführende Informationen zum Fall Prokon finden Sie regelmäßig auch auf unserer Internetseite

www.bkr-law.de

Ich danke Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen.

 

 

 

Alle wesentlichen Dokumente zum Strafverfahren finden sie hier:

Strafanzeige Prokon Itzehoe

Strafanzeige Prokon Köln ( Az. 112 UJs 3/19 )

Strafanzeige Prokon Münster

Urteil

 

 

 

Kontakt

BKR
P
artnerschaftsgesellschaft mbB
Löbdergraben 11a 
07743 Jena 

Fon: 0 36 41 / 31 13 708
Fax: 0 36 41 / 31 13 709

E-Mail: bkr(at)bkr-law.de 
Web: www.bkr-law.de

Bürozeiten: 
Montag - Donnerstag: 9.00 - 16.00 Uhr
Freitag: 9.00 - 15.00 Uhr

Samstag, Sonntag, Feiertag:
Termine nach Vereinbarung