Jenaer Kanzlei stiftet Unruhe bei SPIEGEL ONLINE und Correctiv

17.11.2016

(Video zum Thema: HIER)

Als im Juni 2016 SPIEGEL ONLINE und das Recherchezentrum Correctiv die Datenbank „Euros-für-Ärzte“ veröffentlichte, waren einige Mediziner geschockt. Gerade die 20.000 Personen, die freiwillig Angaben über die Höhe der Zahlungen von Pharmakonzernen gemacht hatten, werden indirekt als käuflich bezeichnet. Die Kanzlei BKR Partnerschaftsgesellschaft (BKR), die für ihre Mandanten gegen diese Art der Darstellung vorgeht, sieht dem medialen Angriff der Datenbank-Macher gelassen entgegen.

Getroffene Hunde bellen, so heißt ein Sprichwort, das unterstellt, dass jemand, der sich lautstark einseitig gegen eine Beschuldigung zur Wehr setzt, fast immer etwas mit der Sache zu tun hat. Als die Kanzlei BKR (www.bkr-law.de) die Datenbank, die Correctiv und SPIEGEL ONLINE erstellt und im Juni 2016 veröffentlicht hatten, wegen der prangernden Art und Weise der Darstellung ins Visier nahm und erste Ärzte schon mit ihrer Hilfe den Klageweg beschreiten wollen, schlugen die Herausgeber zurück.

In einem umfangreichen Artikel unterstellen sie der Kanzlei, das „große Geld“ zu wittern, unerlaubte Werbung zu betreiben und nichts mehr, als Akquise im Sinn zu haben. Davon, dass es tatsächlich noch Ärzte gibt, die dieser Art der Datendarstellung nicht zugestimmt haben, liest man im Artikel natürlich nichts. Diese Menschen aber fühlen sich in ihrer Ehre verletzt und wollen die Löschung ihrer Daten erreichen. „Ich glaube“, so Rechtsanwalt Matthias Kilian, „dass man nun ganz deutlich sieht, worum es den Machern dieser Datenbank geht. Die Möglichkeit, dass man sich außergerichtlich einigt und ganz einfach die aus der Datenbank entfernt, die dieser Art der Veröffentlichung widersprochen haben, wird nicht in Betracht gezogen. Zur Wahrung der berechtigen Interessen unserer Mandanten werden wir wohl den Klageweg beschreiten müssen.“ Dabei vergesse man auch, so Kilian, dass es über 50.000 Ärzte gibt, die der Veröffentlichung generell nicht zugestimmt hatten. Würden da 20 oder 30 gelöschte Datensätze tatsächlich etwas an dem zweifelhaften Wert dieser Datenbank ausmachen?

„Any press is good press”, sagen die Amerikaner. Und tatsächlich: Seit der Veröffentlichung des Artikels häufen sich Presseanfragen in der Kanzlei. „Natürlich geben wir der Presse gern Auskunft“, erklärt Rechtsanwalt Kilian, „wir haben auch auf die Anfrage des SPIEGEL ONLINE-Redakteurs Markus Grill schriftlich geantwortet. Dass wir ein TV-Team mit laufender Kamera nicht in unsere Kanzleiräume lassen dürfen, sollten aber sogar SPIEGEL ONLINE-Journalisten wissen. Schließlich gibt es das Mandatsgeheimnis.“ 

 

 

 

Öffentliche Vorwürfe gegen Mediziner

Für Patienten ist es nicht schön, wenn sie erfahren müssen, dass ihr Arzt tatsächlich käuflich ist und die Verschreibung von Medikamenten dementsprechend ausfällt. Es ist jedoch genauso unschön, wenn sich Ärzte den Vorwurf der Käuflichkeit gefallen lassen müssen, obwohl der Nachweis hierfür fehlt. Insbesondere dann, wenn dieser für alle Öffentlichkeit zugänglich über das Internet erfolgt. Auf diese Weise kann er sich nämlich wie ein Lauffeuer verbreiten, dem nur schwer entgegenzutreten ist. Diffamierungen dieser Art gehören daher schnellstens unterbunden. 

 

Hinter der herausgegebenen Information muss nicht einmal böse Absicht stecken, sie kann durchaus das öffentliche Interesse im Blickfeld haben. So hatte „Spiegel-online“ Informationen von der Pharmaindustrie erhalten und diese kürzlich in Form einer Datenbank mit Suchmaske veröffentlicht. Damit können die Namen bestimmter Ärzte nebst Geldbeträgen, die diese von der Pharmaindustrie erhalten haben, aufgerufen werden. Dabei wird auch auf die Zweifelhaftigkeit der Qualität einiger Daten hingewiesen. Ein solcher Hinweis kann aber ganz schnell überlesen werden, vor allem wenn Leute nur auf die Namen und die Geldbeträge in der Liste starren. Dem eigentlichen Ziel läuft dies dann zuwider.

Hierdurch können nämlich unbeabsichtigt Assoziationen geweckt werden. Und zwar folgende: Die Ärzte haben Gelder von der Pharmaindustrie erhalten, also sind sie auch in jedem Fall käuflich. Es braucht lediglich Leser, die ihnen bekannte Namen sehen, gleich die Käuflichkeit annehmen und dies dann weitertragen. Der gute Ruf des entsprechenden Arztes kann so sehr schnell ruiniert werden.

 

Weiteres Vorgehen

Falsche Daten, die zu diffamierenden Anschuldigungen führen, gehören daher umgehend gelöscht oder zumindest korrigiert. Darüber hinaus geht es aber auch um Schadensbegrenzung und die Wiederherstellung des guten Rufes. Die Tatsache, dass nur einzelne Mediziner in der Liste geführt werden ist auch nicht unbedeutend. Selbst wenn Patienten nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen, besteht dennoch die nicht unerhebliche Gefahr, dass sie eher einen Arzt aufsuchen werden, der nicht auf der Liste steht. Den nicht genannten Medizinern obliegt daher ein Wettbewerbsvorteil. Überhöhte Zahlungsangaben in der Datenbank könnten außerdem Steuernachzahlungen nach sich ziehen, die es auszumerzen gelte. Zusätzlich kann betroffenen Ärzten bei erlittener Ehrverletzung eine Geldentschädigung zustehen. Haben Sie Ihren Namen in der Datenbank vorgefunden?

Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Wir informieren Sie unverbindlich und kostenfrei über Ihre rechtlichen Möglichkeiten. Schreiben Sie uns:bkr(at)bkr-law.de

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